Vertrauensaufbau: Von der Notwendigkeit, Samenkörner auszustreuen

Iman Al Ghafari

Vertrauensaufbau: Von der Notwendigkeit, Samenkörner auszustreuen

Dienstag, 13. August 2019

 

Vertrauensaufbau war von Anfang an ein wichtiges Element bei der weltweiten Arbeit von Initiativen der Veränderung. Vertrauensbildung ist notwendig für die Lösung von Konflikten, den Aufbau von Frieden und ein ethisches Leadership. Im Sommer trafen sich Facilitatorinnen, Facilitatoren und Führungskräfte unseres Netwerks zu einem Schnellkurs zum Thema "Vertrauensbildung", um fundamentale Fertigkeiten und Konzepte, die Vertrauen ermöglichen, aufzufrischen. Iman Al Ghafari aus Syrien, die sich seit langem für das Programm Creators of Peace einsetzt, berichtet.

Für den Kurs über Vertrauensbildung kamen wir alle aus den verschiedensten Ländern Afrikas, Amerikas, Europas, Asiens und des Mittleren Osten. Veranstaltungsort war der Caux Palace. Was uns fehlte, war eine Brücke für unsere Teamarbeit, eine Brücke des Vertrauens, um den Frieden in der Welt zu stärken. Mit IofC beginnt Frieden in jedem einzelnen Menschen. Wir definierten unsere Probleme und Verantwortungsbereiche, was uns inneren Frieden und das Gefühl vermittelte, Führung zu erleben. Indem wir anderen zuhörten, wurde unser eigenes Ego in den Hintergrund gestellt.

Wenn Samenkörner ausgestreut werden, brauchen sie einen sicheren Ort, um zu wachsen und Früchte zu tragen. Vertrauen und Frieden sind zwei wichtige Komponenten, damit geerbte Wunden heilen und eine schmerzvolle Vergangenheit, die Misstrauen, Angst, Stereotypen und Verlust hervorruft, aufgearbeitet werden. Ich habe bei der Veranstaltung über Vertrauensaufbau gelernt, dass es wichtig für diesen Prozess ist, den Berichten anderer über die Geschichte ihres Landes zuzuhören und ihre Emotionen anzuerkennen.

Als Syrerin, Muslimin und Araberin befinde ich mich im Zentrum vieler internationaler Geschichten, obwohl ich nie zu diesen Ereignissen beigetragen habe. Ich trage Etiketten. Ich bin Teil der Stereotype und Vorurteile, wenn ich mit Menschen arbeite, die nach wie vor im Schatten ihres Schmerzes leben. Viele Leute sehen andere Menschen nur durch die Brille der Geschichte.

Geschichte und Religion sind in den gleichen Stoff eingearbeitet, der unsere Identität prägt. Alles dreht sich um Identität. Bei Kriegen, vergangenen und aktuellen, geht es um Identität. Innere Konflikte, Verlust und Angst beschäftigen sich mit der Frage nach dem "Wer bin ich?" und "Wo ist mein Platz?"

Wie bei einer Pflanze brauchen auch Menschen ein Umfeld oder einen sicheren Raum, wo sie so gesehen werden, wie sie sind und wo sie wachsen dürfen. Ebenso ist es wichtig für Menschen, von anderen akzeptiert zu werden, seien es nun Gleichgesinnte oder nicht, damit sie ihren Platz im globalen Ökosystem finden.

Die Veranstaltung über Vertrauensbildung im Caux Palace war eine tolle und wichtige Zeit. Ich habe viel von Rob Corcoran, Mathew Freeman und im Austausch mit meinen Kolleginnen und Kollegen gelernt. Ich ging motiviert nach Syrien zurück, um meine Rolle im Trustbuilding-Programm, bei meinen Friedenskreisen von Creators of Peace und in der lokalen und internationalen Interfaith-Arbeit weiterzuentwickeln.

 

Iman Al Ghafari / Syrien - Creators of Peace