Menschen - Geschichten - Berichte

Generationen verbinden

Donnerstag, 14. November 2019

 

Initiativen der Veränderung existiert seit Jahrzehnten. Anfangs war es eine Bewegung und erst in den letzten Jahren entwickelte es sich zu einer formellen Organisation. Das bedeutet, dass wir Mitglieder aller Altersstufen haben. Dies ist unserer Ansicht nach ein einzigartiger Aspekt unseres Netzwerkes - der Beitrag unserer älteren Mitglieder ist jetzt nicht weniger wertvoll als damals, als wir jünger waren. Tatsächlich tragen wir als IofC-Älteste und andere ältere Mitglieder etwas bei, das für jüngere Mitglieder selbstverständlich scheinen mag: lebenslange Erfahrung.

Altersunterschiede sind ein Teil der Gräben, die unsere Gesellschaft überwinden lernen muss. Wir ermutigen unsere älteren Mitglieder, diejenigen, die mehr über unsere Werte erfahren möchten, zu begleiten und ihnen zur Seite zu stehen. Dies ist eine der Hauptaufgaben des Ältestenrats, dessen Weisheit und Erfahrung helfen, unser Netzwerk zu leiten. Im vergangenen Sommer hiessen wir neue Mitglieder willkommen, deren Perspektiven und Mentorentätigkeit helfen werden, unser kollektives Erbe zu prägen. Teresa Luckhurst ist neu im Ältestenrat und wir haben sie über die Verbindung zwischen den Generationen befragt.

 

Teresa Luckhurst

"Ich bin 53 Jahre alt und wurde kürzlich in den Ältestenrat berufen. Ich lernte IofC vor 15 Jahren durch David und Judith Curtis kennen. Seitdem habe ich auf freiwilliger Basis bei IofC in Sheffield (Grossbritannien) mitgeholfen. David und ich diskutierten über seine Rolle als Ältester und was sie für ihn bedeutet. Er machte sich Gedanken darüber, wer an dieser Rolle interessiert sein könnte, wenn er zurücktreten würde.

Zum Glück hatte er das Gefühl, ich sei eine gute Wahl! Und so erkenne ich mit Ehrfurcht und tiefem Respekt, dass es an mir ist, den Stab weiterzutragen. Ich habe das Gefühl, ein Bindeglied zwischen der älteren IofC-Generation und der jüngeren Generation zu sein, die in meinen Fussstapfen folgt. Die Weisheit, die ich von meinen Mitältesten lerne, ist erstaunlich. Ich hoffe, mit meinen Kenntnissen und Fähigkeiten meinen Beitrag leisten zu können, damit wir diesen Reichtum durch Mentorentätigkeit und bedeutungsvolle Gespräche weitergeben können.

Im Sommer traf ich in Caux Hamza, einen jungen Mann in den Dreissigern, der aus dem Libanon stammt und am Caux Scholars-Programm teilnahm. Er war einer der "Bücher" der menschlichen Bibliothek, die im Rahmen des Caux Forums stattfand und an der ich teilnahm. Anschliessend bat er um ein Treffen mit mir. Wir vereinbarten einen Termin in seinem vollen Tagesprogramm und setzten uns draussen zusammen, um uns über unser Leben auszutauschen. Hamza sagte mir, er arbeite auch mit jungen Menschen. Wir hatten das Gefühl, jeder von uns beiden sei ein Bindeglied zwischen den Generationen darüber und darunter. Wir erkannten, dass wir eine besondere Rolle als "Brücken" zwischen Alt und Jung ausfüllen.

Durch die reiche Geschichte von IofC ist es ein Ort, um Weisheit und Lektionen aus unserer gemeinsamen und individuellen Vergangenheit zu vermitteln. Dennoch kann das Wissen der älteren Generation nicht wie ein Buch mit Antworten weitergereicht werden. Es müsste eher in Form einer "menschlichen Bibliothek" weitergegeben werden - durch die Verbindung in Form von Geschichten, als Freunde.

 

Seit meiner Abreise aus Caux bin ich mit Hamza über Whatsapp in Verbindung, auch wenn es für mich als Frau mittleren Alteres eine Herausforderung ist, bei der Technologie, die die jüngere Generation so einfach benutzt, auf dem Laufenden zu bleiben. Durch unsere Verbindung und unser gemeinsames Verständnis bemühe ich mich, dazuzulernen. Wir können viel voneinander lernen, eine Generation von der anderen."