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Der Libanon als Dialog-Zentrum

Donnerstag, 10. November 2016
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Der Libanon als Dialog-Zentrum

Participants at Beirut forum

 

Im November 2016 kamen im Libanon ihm Rahmen eines internationalen Forums politische und religiöse Führungspersönlichkeiten, Akademiker und Diplomaten, um über die Möglichkeiten zu diskutieren, aus ihrem Land "einen Raum für Dialoge zwischen Zivilisationen und Kulturen" zu machen. Das Forum fand an der Notre Dame-Universtät (NDU) in Beirut statt und wurde gemeinsam von der Libanesischen Dialog-Initiative (LDI) und Initiativen der Veränderung durchgeführt.

Bahije Tabbara, ehemaliger libanesischer Justizminister, sprach über die Ziele LDIs, um den Libanon in ein universales, von den Vereinten Nationen anerkanntes Dialog-Zentrum zu verwandeln. NDU-Vizepräsident Suheil Matar baute in seiner Ansprache darauf auf und fragte: "Können wir ein Land werden und die Botschaft weitergeben, dass Dialoge stärker als Waffen und Bleistifte stärker als Kugeln sind?"

William Zard Aboujawde, Präsident des LDI-Vorstands, erklärte, trotz harter Zeiten für den Libanon und seine Nachbarregionen sei es "unser Schicksal, diese Herausforderung anzunehmen, unsere Pflicht, Lösungen zu finden und dazu beizutragen."

Sheikh Malek al-Shaar, Mufti von Tripolis und dem Nordlibanon, beschrieb Dialoge als die "Kunst des Zuhörens". Es bedeute, bereit zu sein, das zu akzeptieren, was der andere zu sagen habe, die eigenen Überzeugungen zu ändern und nicht beweisen zu wollen, dass man recht habe, so al-Shaar.

John Bond (rechts) aus Grossbritannien, Mitarbeiter von Initiativen der Veränderung, unterstützte die Ansicht des Muftis. "Die Herausforderung liegt darin, Vertrauen aufzubauen, das Dialoge zu Begegnungen umwandelt, bei denen verhärtete Ansichten aufgebrochen werden. Meiner Erfahrung können Bedingungen und die Möglichkeit zu Wandel geschaffen werden, wenn ich bereit bin, meine Fehler anderen gegenüber einzugestehen." Er beschrieb weiterhin,wie dieser Ansatz in verschiedenen Situationen angesichts von Spannungen und Konflikten effektiv eingesetzt werden konnte.

"John Bond speaking in LebanonDer Libanon zeigt, dass eine pluralistische Gesellschaft funktionieren kann, auch in einer Region, die Unruhen unterworfen ist.", sagte er. "Wenn dieses Land in einen Ort des Dialogs umgewandelt werden soll, bedeutet dies, den auf Ihre Schultern zu nehmen, der durch Zerworfenheit der Welt entsteht. Wenn Sie dies schaffen, werden viele, die jetzt verzweifeln, wieder Hoffnung schöpfen und Ihnen enorm dankbar sein."

Anschliessend fand eine Diskussion am Runden Tisch mit Editha Tahira, Ministerin des Kosovo für Dialogarbeit, und Marko Djuric, Leiter des serbischen Teams für Verhandlungen mit dem Kosovo, statt. Ihre Teams haben sich bislang innerhalb der vergangenen vier Jahre 200 Mal in Brüssel getroffen, um viele Streitigkeiten zu verhandeln. Obwohl viele Probleme nach wie vor ungelöst sind, haben sie schon mehr als 30 Abkommen ausgehandelt und sie erklärten, diese Abkommen basierten grösstenteils auf dem persönlichen Respekt, den sie füreinander hegten. Die Diskussion wurde von William Habib, dem ehemaligen Generalsekretär des libanesischen Aussenministeriums, geleitet.

Pieno Hiekha (left) and Zooni Dash

Bei der Abschlussveranstaltung sprachen junge Menschen aus fünf verschiedenen Kontinenten. Unter ihnen befand sich die indische IofC-Mitarbeiterin Zooni Dash aus Odisha (links) und Penuo Hiekha aus Nagaland. Sie sprachen über die Spaltung, Unruhen und Feindseligkeiten in Nagaland, die durch den politischen Kampf des Volkes angefacht werden und über ihre persönlichen Erfahrungen bei der Überwindung von Gleichgültigkeit und Hass, die es ihnen ermöglichte, trotz Misstrauen Vertrauen aufzubauen.