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In meinem Land ist "Frieden" ein Wort, das spaltet

Creators of Peace in Kolumbien

Dienstag, 26. März 2019

 

Drei Freundinnen in Bogotá/Kolumbien beschlossen, durch Creators of Peace-Friedenskreise der Frage nach friedvolleren Wegen zu Diskussionen über den kolumbianischen Friedensprozess auf den Grund zu gehen.

Dieser Creators of Peace-Friedenskreis kam durch eine Unterhaltung mit einer Frau zustande, die mir von einer schwierigen Situation in ihrer Familie erzählte. María José Salazar konnte daheim nicht über den kolumbianischen Friedensprozess sprechen, da diese Gespräche ständig in erhitzten Diskussionen mit ihrem Mann und ihrer Mutter endeten, die sich gegen ihre Argumente für den Frieden auflehnten.

Ja, obwohl dies ein Gegensatz an sich zu sein scheint: das Wort "Frieden" wurde zum Anlass endloser Argumente und politischer Diskussionen in den Familien meines Landes. Meine Familie war hier keine Ausnahme. Da gibt es diejenigen unter uns, die den Friedensprozess zwischen der FARC, einer Guerilla, die sich seit mehr als 60 Jahren im Kampf befindet, und der kolumbianischen Regierung befürworten. Und dann gibt es die grosse Mehrheit der Kolumbianerinnen und Kolumbianer, die absolut gegen die Unterzeichnung des Friedensprozesses sind. Diejenigen unter uns, die diese Initiative unterstützen, wurden von Anfang an als Kommunisten und Guerrillas im Dienste von Castro-Chavismo aus Venezuela bezeichnet. Soziale Netzwerke heizten den Hass und die Polarisierung überall an.

The three participants and facilitator of the Creators of Peace CircleDies war der Grund, warum María José ihre Freundinnen motivierte, einen Creators of Peace-Friedenskreis durchzuführen. Sie wurden eingeladen, durch den Workshop "Für eine neue Geschichte" über ihr Leben zu sprechen. 

Es bewegte mich, zu sehen, wie die Motivation der drei Teilnehmerinnen alle logistischen Fragen löste, so dass jede von ihnen uns bei sich zu Hause empfangen und uns zum Essen einladen konnte.

Wir trafen uns drei Tage lang reihum bei einer der drei Frauen von jeweils 9 bis 18 Uhr. Der letzte Tag war eine Ausnahme, da wir vor dem Mittagessen Schluss machten und beschlossen, uns eine alternative Therapie-Sitzung zu gönnen.

Second day of the Peace CircleEs war eine wunderschöne Erfahrung und obwohl wir nur zu viert waren, konnten wir tolle Ergebnisse erzielen. Die drei Teilnehmerinnen möchten gerne mit Creators of Peace weitermachen und weiterhin zu unseren Treffen eingeladen werden.

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Ihr Fazit:

"Meine Schlussfolgerung nach mehreren Tagen der Tränen und des Lachens: Akzeptanz ohne Widerstand, um Schmerz loszulassen, in Frieden zu leben und dieses Bewusstsein an andere um uns herum weiterzugeben."   - María José Salazar

"Der Friedenskreis hat in mir den Wunsch noch verstärkt, an mir selbst zu arbeiten, täglich ein besserer Mensch zu werden und diese Suche nach meinem inneren Frieden fortzuführen. Ich habe die Verantwortung begriffen, die ich gegenüber mir selbst habe...ich habe es geschafft, zu verstehen, dass meine Veränderung einen Dominoeffekt hat und sich auf meine Freunde, Kollegen, Weggefährten und alle Frauen um mich herum auswirkt. Das macht mich stärker. - Olga Victoria Quintana              

Ein Dankeschön an diese Frauen, die sich mit ganzem Herzen auf die Erfahrung der Suche nach innerem Frieden eingelassen haben.
 

Bericht: Luz Stella Camacho, CoP-Friedenskreisleiterin und internationale Koordinatorin