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Change in Progress camp 2015 participants

"Change in Progress" - Botshabelo Camp 2015, Free State/ Südafrika

Dienstag, 5. Januar 2016

"Change in Progress" - Botshabelo Camp 2015

Das dritte Camp von "Change in Progress" (CiP) war ein energiegeladenes und lebhaftes Event. Die ersten fünf Tage des intensiven Trainings begannen am 4. Dezember 2015 im Camp des Golden Gate-Nationalparks in der östlichen Free State-Provinz nahe Johannesburg/Südafrika.

Die Teilnehmenden waren 14 junge Leute zwischen 18 und 25 Jahren. Sechs davon stammten aus Simbabwe und acht aus Südafrika. Ziel war es, die jungen Menschen für ein moralisch fundiertes Leben mit Vision auszurüsten. Sie begannen ihre Reise der Selbstfindung damit, sich selbst zu verändern und lernten, wie sie diesen Wandel in ihrer Umgebung und der Welt einbringen konnten. Das Training wurde von einem Team aus zwei Moderatoren, drei Gastredner und vier Mentoren geleitet. Das Camp war geprägt von Vertrauen, Lernerfahrungen und einer engen Freundschaft unter den Teilnehmenden.

Die Simbabwer und Südafrikaner waren aufgeregt, zeigten jedoch ihre Wertschätzung und Fürsorge gegenüber den anderen, als sie sich gegenseitig Spiele ihrer Länder lehrten und etwas über ihre Kultur und ihr Essen erzählten. Die Zimbabwerin Tafadzwa Heath Sedaya erzählte bei einem Spaziergang in der Nähe eines Basotho-Dorfes, wo wir etwas über die Basotho erfuhren: "Ich hätte nie gedacht, dass die Basotho und "wir", die Shona, so viel gemeinsam haben. Ich bin dankbar, an diesem Camp teilgenommen zu haben, weil es mir half, die vier absoluten moralischen Werte in allen Situationen meines Lebens anzuwenden."

Ein anderer Teilnehmer aus Simbabwe, Tanaka Mhunduru, sagte: "Dieses Camp hat mir die Augen geöffnet. Ich erfuhr eine innere Erneuerung."

Das Erzählen von Geschichten war Teil des Camps. "Ich behielt vieles für mich, weil ich dachte, den anderen wäre es egal.", sagte der Südafrikaner Mmone Molefe. "Seit ich jedoch Teil von CiP bin, habe ich begonnen, als Führungsperson mit anderen zu kommunizierenund ich kann jetzt etwas von mir erzählen...Ich kenne jetzt den Sinn meines Lebens und kann anderen helfen, diese Welt zu einem besseren Ort zu machen und dabei zuhause anzufangen." Boitumelo sagte: "Das Camp war eine Zeit der inneren Einkehr für mich. Ich wusste nichts über Reflexion, ich hatte keine Werte, die mein Leben leiteten und ich glaubte, ich sei ein guter Mensch. Die Methoden der Reflexion und die neue Familie, die ich mit Change in Progress bekommen habe, sind mir sehr wichtig."

Die Veranstaltung zum Thema "Die Kunst, zu führen" eröffnete einen weiteren Weg auf der Reise der Selbstentdeckung, als die Werte eines Anführers besprochen wurden. "Führung bedeutet Aktion und nicht Position. Ich führe mein Leben an und bin kein blosser Mitläufer.", sagte Mitarbeiterin Moeketski Komane, die das Love life centre in Botshabelo leitet und Inguqu Communications gründete.

Ein weiterer Redner war Jimmy Mooko. Er begann 1983, als Unternehmer zu arbeiten und verkaufte Gemüse in seiner Gemeinde. Seine Unternehmensphilosophie ist einfach: "Reagiere auf die Bedürfnisse der Armen, sei voller Leidenschaft und lass dich von den Lektionen leiten, die du aus der Vergangenheit gelernt hast. " Mooko ist heute ein anerkannter Geschäftsmann und Vorbild in Botshabelo und ausserdem Mitglied der Industrie- und Handelskammer von Bloemfontein.

Der zweite Teil des Programmes war ein Outreach, der vom 9. - 15. Dezember in Botshebalo, 40 Kilometer von Bloemfontein, stattfand. Ziel des Einsatzes war es, Fähigkeiten, die im Camp gelernt worden waren, in die Praxis umzusetzen und gemeinsam mit den Menschen vor Ort und einigen Nichtregierungsorganisationen zusammenzuarbeiten.

 

Wir begannen den Einsatz mit einer Unterhaltung mit den Ältesten zweier Seniorenorganisationen namens Lesedi la ditjhaba und Relesedi Community Centre. Wir besprachen Themen wie Gangstertum, Teenagerschwangerschaften und die Bedeutung von Bildung.

Wir hatten Zeit, über Themen nachzudenken, denen wir uns bei uns zuhause gegenübersehen, wie z.B. Wut, Stolz und Angst. Die Teilnehmenden lernten, eine Zeit des stillen Nachdenkens durchzuführen und über wichtige Momente in ihrem Leben zu sprechen. Wir hatten die Möglichkeit, auf sehr praktische Weise zu helfen, Teppiche sauberzumachen, im Garten mitzuhelfen und den Hof des Rebohlokoa-Horts zu rechen, wo 58 Kinder zwischen1 und 5 Jahren untergebracht sind.

Wir trafen uns mit 22 Jugendlichen im Botshabelo Love life-Zentrum und führten Workshops über Selbstwahrnehmung, Reflexion, Entscheidungsfindung und Konfliktresolution durch. 

Eine der Organisatorinnen und Moderatiorinnen, Cleopadia Mohlaodi, hatte den Eindruck, dass die Zusammenarbeit zwischen den Teilnehmenden aus Simbabwe und Südafrika dazu führte, dass mehr Augenmerk darauf gelegt wurde, die Qualitäten und die Menschlichkeit in jedem von uns zu respektieren und uns nicht nur durch unser Land zu identifizieren. Sie hatte das Gefühl, der sichere Raum, der gemeinsam geschaffen wurde, ermöglichte einen Dialog, der zu einem besseren Verständnis der Gründe von Hassattacken führte. Sie schätzte die Zusammenarbeit mit Jugendlichen aus Südafrika und Simbabwe sehr und hofft, diese Beziehung kann weitergeführt werden.

Das Camp half zwar den Teilnehmenden, sich zu ändern, doch auch die vier Mentoren (zwei aus dem ersten Camp und zwei aus dem zweiten Camp) hatten das Gefühl, bereichernde Momente verlebt zu haben. Thapelo sagte: "Ich kann Menschen gegenüber, mit denen ich keine Zeit verbracht habe, nur schlecht offen sein. Ich bin stolz auf mich, weil ich dadurch, dass ich Mentor war, mich selbst herausfordern konnte und ich finde mein neues ich toll. Ich möchte weiterhin mit Change in Progress zusammenarbeiten, da es mir hilft, zu wachsen und ich mich dadurch gleichzeitig um andere kümmern kann."

Moleboheng Molefe sagte: "Der Austausch von Geschichten ist Teil eines Heilungsprozesses. Man lässt los, man teilt etwas verbal mit. Der Mangel an Vergebung hält einen zurück. Wenn man vergibt, begibt man sich aus der Opferrolle in die eines Siegers hinein. Ein Anführer ist jemand, der gewillt ist, Risiken zu übernehmen."

Karabo erklärte: "Ich kam hierher, um bei Change in Progress mitzuhelfen und es hat mir geholfen, Konflikte besser zu meistern. Diese Fähigkeit ist in meinem Leben sehr wichtig, weil ich mit meiner Familie lernen muss, besser zu kommunizieren und wer sonst ausser mir sollte diesen Prozess in die Wege leiten?" Ein grosses Dankeschön an Change in Progress.

Am letzten Tag in Botshabelo fand die Abschlussveranstaltung statt, an der auch einige Eltern und Mitglieder von Nichtregierungsorganisationen, sowie Ehrengast und Sprecherin Dr. Lillian Cingo aus Südafrika teilnahmen. Sie ist als Krankenschwester im Bereich Neurochirurgie spezialisiert und hat ausserdem einen Master der Beratungspsychologie. Sie ist ausserdem eine der 21 Ikonen (wichtigen Menschen) in Südafrika und wurde für ihren Beitrag zum Phelophega-Gesundheitszug ausgezeichnet, der den ärmsten Dörfern Südafrikas Gesundheitsdienste anbietet. Dr. Cingo sprach in ihre Rede von Initiativen der Veränderung und wie die Herausforderung, ihr Leben an moralischen Werten (der Ehrlichkeit, Liebe, Selbstlosigkeit und Reinheit) auszurichten, ihrem Leben Richtung gegeben und ihre Entscheidung beeinflusst habe. Sie rief uns alle dazu auf, mental, körperlich und emotional gesund zu sein, um zukünftige Anführer zu sein. Veränderung habe Konsequenzen, so Cingo, genau wie es im Leben immer Konsequenzen für alles gäbe. Doch man solle immer daran denken, Ubuntu zu haben, denn niemand sein eine Insel. Wir bräuchten einander.

"Heute macht ihr euren Abschluss.", sagte sie. "Geht hinaus und leuchtet! Lasst euch von niemanden davon abhalten."

Bericht von Cleopadia Mohlaodi,Victor Nyanhete, Karabo Radebe, Moleboheng Molefe, Thapelo Ramphele und Jerry Chabane