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Werkzeuge der Veränderung

Der Weg jedes einzelnen Menschen ist einzigartig und es gibt keine einfache Prozedur, die angewandt werden kann, um Menschen dabei zu helfen, etwas zu verändern. Nichtsdestotrotz möchte IofC ein paar "Werkzeuge" zur Verfügung anbieten, die dabei von Nutzen sein können.

1. Einen gründlichen Blick in den Spiegel werfen

 

Ein "moralisches Inventar" unseres Lebens kann überraschend hilfreich sein, wenn es darum geht, Bereiche unseres Charakters zum Vorschein zu bringen, von deren Existenz wir nichts wussten. Als Leitlinien können dabei die allgemeinen moralischen Massstäbe der absoluten Ehrlichkeit, Reinheit, Selbstlosigkeit und Liebe helfen.

  • Ehrlichkeit - weder sich noch andere belügen.
  • Reinheit - frei sein vom Diktat unseres Verlangens, unserer Ängste und unserer Unsicherheiten.
  • Selbstlosigkeit - sich für Fairness, Gerechtigkeit einsetzen und bereit sein, zu teilen.
  • Liebe - eine Qualität des Herzens, die die Wurzel aller Werte ist. Die Bereitschaft, Hass und Eifersucht loszulassen. Ein Engagement der Vergebung.

Warum absolut? Weil es Teil unserer menschlichen Natur ist, uns selber ständig mit anderen Menschen so zu vergleichen, dass es die Meinung, die wir von uns selbst haben, verstärkt. So sagen wir beispielsweise "Ich bin ehrlicher als die meisten anderen." oder "Im Vergleich zu meiner Mutter bin ich sehr egoistisch." Das Interessante an absoluten Werte ist jedoch, dass niemand an sie herankommt. Sie gleichen dem Polarstern - niemand wird ihn je erreichen, aber er kann uns den Weg zeigen.

Nehmen Sie sich für dieses Inventar Zeit - ungefähr eine Stunde ist dabei ein guter Beginn. Arbeiten Sie alleine, in der Stille. Und nehmen Sie Schreibzeug zur Hand, um Einsichten und Erkenntnisse aufzuschreiben. Betrachten Sie jeden Massstab einzeln: Bin ich absolut ehrlich? Wann habe ich das letzte Mal jemanden belogen? Wie sieht es mit meiner Steuererklärung aus? Bezahle ich immer, wenn ich eine Dienstleistung nutze? Tue ich immer das, von dem ich sage, dass ich es tun werde? Sage ich das, wovon ich wirklich überzeugt bin? Wie vertrauenswürdig bin ich?

Niemand braucht zu sehen, was Sie aufschreiben, denn es geht darum, wie ehrlich Sie sich selbst gegenüber sein können. Vergessen Sie nicht, auch Positives aufzuschreiben. Sie können die Momente feiern, in denen Sie ehrlich, rein oder selbstlos waren oder in denen Sie geliebt haben.

 

2. Ensprechend handeln

 

Am Ende dieses Prozesses haben Sie vermutlich neue Einsichten über sich selbst gewonnen. Vielleicht hören Sie Ihr Gewissen klarer als vorher. Es ist wichtig, jetzt entsprechend zu handeln. Vielleicht ist es Zeit, ein Buch, das Sie vor Jahren "ausgeliehen" haben, zurückzugeben. Oder es ist Zeit, Geld zurückzuzahlen, das Sie schulden. Vielleicht gibt es Menschen, die Sie verletzt haben und bei denen Sie sich entschludigen müssen. Vielleicht haben Sie Menschen getäuscht und sollten ihnen jetzt die Wahrheit sagen.

Gibt es Menschen, denen Sie vergeben müssen? Vergebung ist ein Prozess, der Zeit brauchen kann, aber die Bereitschaft, diesen Weg zu geben ist ein wichtiger erster Schritt. Ehrlich die eigenen Fehler zugeben kann ebenso helfen wie die Bereitschaft, die Situation mit den Augen des Anderen zu sehen, aus seiner Perspektive, unter dem Blickwinkel seiner Belastungen und des Drucks, unter dem er vielleicht lebt. Oft ist es am schwierigsten, sich selbst zu vergeben. Es kann helfen, diese Dinge mit einer Person Ihres Vertrauens durchzusprechen und darüber zu beten.

 

3. Sich regelmässig eine Zeit der Stille gönnen

 

Stille wird seit langem als kraftvolles Werkzeug der Veränderung angesehen. In der Stille haben wir Zugang zu tiefer innerer Weisheit, der Stimme des Gewissens, die Mystiker als göttliche Stimme erkannt haben. Auf diese Stimme hören kann Inspiration und innere Stärke geben, um etwas zu verändern.

Frank Buchman lehrte, jeden Tag mit einer Zeit der Stille zu beginnen, um auf sein Inneres zu hören und jeden Gedanken aufzuschreiben, um seine Aufmerksamkeit auf den nächsten Gedanken konzentrieren zu können.

In der Stille hören wir auch die Stimme unseres Egos und es ist wichtig, zu lernen, zwischen dem Ego und der inneren Stimme der Liebe unterscheiden zu lernen. Es gibt kaum etwas, das gefährlicher ist, als ein Ego, das denkt, es spreche die göttliche Wahrheit. Sich ständig auf die Werte der absoluten Ehrlichkeit, Reinheit, Selbstlosigkeit und Liebe zu beziehen, kann helfen, zwischen den beiden zu unterscheiden. Es kann auch hilfreich sein, Gedanken, die wir aufschreiben, mit einem guten Freund zu besprechen.

Wenn Ihnen in der Stille etwas klar wurde, ist es wichtig, entsprechend zu handeln. Eine Stimme, die immer wieder ignoriert wird, verstummt irgendwann. Dies gilt mit Sicherheit, wenn es um die innere Stimme, die Stimme des eigenen Gewissens geht.

 

4. Andere einbeziehen

 

Werden Sie kreativ! Wer sind die Hauptakteure bei dem Problem, das Sie angehen möchten? Wer wäre bei Ihrem "Traumteam" mit dabei? Menschen anzusprechen und ihnen von Ihrem Wunsch nach Veränderung zu erzählen, bescheiden davon zu reden, was Sie selbst gelernt haben und wo Sie selbst sich ändern mussten, kann sehr gewinnbringend sein. Stellen Sie sich auf Überraschungen ein! Sie werden in der Stille vielleicht die Überzeugung verspüren, ein paar Menschen anzusprechen, auf die Sie selbst so nie gekommen wären. Manchmal sind die Gedanken, die am unwahrscheinlichsten klingen, diejenigen, die Türen zu neuen Abenteuern öffnen.

 

5. Hoffnung für die Welt schaffen

 

Wenn Sie sehen, wie Veränderung zu wirken beginnt, erzählen Sie anderen davon und helfen Sie mit, sie zu inspirieren. Zu viele Menschen bleiben passiv, weil es ihnen an Hoffnung fehlt, dass sich Dinge wirklich verändern können oder weil sie nicht daran glauben, dass sie selbst etwas ausrichten können. Indem Sie erzählen, was Ihnen passiert ist, können andere motiviert werden, selbst einen Veränderungsprozess in die Wege zu leiten oder ihre Hilfe anbieten.

Wenn Sie uns von einer Geschichte berichten möchten, schicken Sie uns einfach eine E-Mail. Wir würden uns freuen, von Ihnen zu hören.