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Versöhnung zwischen Völkergruppen im Libanon

Versöhnung zwischen Völkergruppen im Libanon

Assaad Chaftari (links) und Muhieddine Chehab, ehemalige Milizangehörige der christlichen und muslimischen Streitkräfte (Foto: Grant Rissler)

Schon  seit der Zeit kurz nach Ausbruch des Bürgerkrieges im Libanon reisen Gruppen, die sich aus Vertretern der verschiedenen und gespaltenen libanesischen  Fraktionen zusammensetzen, ins IofC-Konferenzzentrum nach Caux/Schweiz, um dort an Konferenzen teilzunehmen. Sie stammen aus maronnitischen, orthodoxen, melkitischen, sunnitischen, shiitischen und drusischen Völkergruppen. Nach ihrer Rückkehr in den Libanon begannen sie, sich vor Ort für echte nationale Versöhnung einzusetzen, ohne die der Wiederaufbau des Landes vermutlich erfolglos ist.

Unter den libanesischen Persönlichkeiten war auch Assaad Chaftari, ehemaliger Chef der Sicherheitskräfte der christlich-phalangischen Miliz. Im Jahr 2000, 10 Jahre nach dem Ende des Libanonkriegs, entschuldigte er sich in einem "offenen Brief" für seine Taten. Der Brief wurde in "Al Nahar", einer der grossen libanesischen Tageszeitungen veröffentlicht. Er entschuldigte sich bei den Menschen, die im Krieg unter ihm gelitten hatten, bat sie um Vergebung und versprach, mit Gottes Hilfe alles ihm mögliche zu tun, um wieder gut zu machen. "Ich beschloss, mich von meinen Vorurteilen, Witzen und meiner herablassenden Einstellung gegenüber Muslimen zu befreien." Er fügte hinzu, dass er auch seinen Feinden vergebe, von denen einige Christen wie er seine.

Unter den weiteren Teilnehmern der Dialoge befand sich auch ein ehemaliges muslimisches Milizmitglied, Mohieddine Chehab, der sich ebenfalls für die Grausamkeiten, die er im Krieg begangen hatte, entschuldigte.

Das Interview mit Chehab und Shaftari kann hier eingesehen werden: . http://www.pangeaday.org/filmDetail.php?id=62

Für den ersten Pangea-Tag wurde ausserdem ein Film gedreht:  2 men, 1 war, 33 years on...(Zwei Männer, 1 Krieg, 33 Jahre später...)